Magazin für Literatur & Wellness
1. Tag: Passau

Wir wollten wissen, was eine Flusskreuzfahrt so Besonders macht und suchten uns unser „Traumschiff“ die MS Maxima von nicko cruises unter der Vielzahl der Anbieter aus. Das Schiff von Köln aus zu erreichen, war einfach: gebucht von Haus zu Schiff und wieder zurück, wird man in den frühen Morgenstunden – bei uns war es pünktlich 6.10 Uhr – vom Taxi, samt Gepäck abgeholt und zum Autobahnrastplatz Königforst gebracht. Hier war eine zentrale Sammelstelle für all die, die in südlicheren Gefilden Erholung suchten. Nach erneuter Etikettierung unseres Gepäcks und der Beladung unseres Reisebusses, auf den wir nicht lange warten mussten, fuhren wir weiter nach Geiselwind, wo uns um 12.00 Uhr in der einstündigen Pause ein Mittagessen erwartete. Pünktlich um 13.00 Uhr ging die Reise zur Einschiffung nach Passau weiter, und um 16.30 Uhr waren wir am Schiff. Die Logistik dieser Hin- und auch Rückfahrt war einfach faszinierend, und wäre der Deutschen Bundesbahn als vollendetes Pünktlichkeitskonzept wärmstens zu empfehlen.


Hier in Passau hat die „blaue“ Donau bereits 647 Flusskilometer hinter sich – und trifft links mit der „grünen“ Inn, die aus den Schweizer Zentralalpen kommt und rechts mit der „schwarzen“ Ilz, die aus einem Moorgebiet stammt, zusammen, – ein Naturschauspiel, das die Donau ein längeres Stück nach dem Zusammenfluss in den drei Farben grün, blau und schwarz zeigt.

Passau wurde von früheren Kaisern der Kirche geschenkt. Der alte Bischofssitz ist heute noch ein Kleinod voller Lebensfreude und Wohlstand und macht seinem Spitznamen „Bayrisches Venedig“ dank dem aktiven Handel mit Wein, Getreide und Salz alle Ehre. Hier, in dieser reizvollen Metropole, dessen Stadtkern auf der Landzunge zwischen Donau und Inn liegt, beginnt unsere Schiffsreise mit der nicko cruises zum Schwarzen Meer in Tulcea - Mile 35 im Donaudelta. Vor uns liegen 15 spannende Tage und 2227 km. Unser Schiff: 126,7 Meter lang und 11, 4 Meter breit, mit einem Tiefgang von 1,75 Metern und einer Höhe von 6,5 m bei abgesenktem Steuerhaus. Das ist unser „Wohlfühlschiff“ für die nächsten Tage.

Es präsentiert sich luxuriös und modern, mit seinen geräumigen Außenkabinen, die auf dem Mittel- und Oberdeck alle über einen französischen Balkon, d.h. über ein bis zum Boden reichendes Panoramafenster zum Öffnen, verfügen. Auf dem Hauptdeck bieten große Bullaugen den Blick auf die vorbeiziehende Landschaft. Längst sind Kajüte oder „Nur-Schlafstatt“ Geschichte. Alle Kabinen bieten mit 16 qm Platz, sind stilvoll, praktisch und komfortabel eingerichtet und mit allem technischen und sanitären Ambiente versehen wie individuell regulierbarer Klimaanlage und Heizung. Auch Dusche/WC oder SAT-TV mit Radio, sind genauso selbstverständlich wie Minibar, Safe, Telefon  oder Haartrockner. Wer Entspannung pur sucht, kann auch den Wellnessbereich mit Whirlpool und Sauna nutzen. In Mitten von 164 Passagieren und 40 Besatzungsmitglieder ist eine private Bekanntschaften schließende Atmosphäre quasi mitgebucht. Die Sprache an Bord ist deutsch – und so steht der Verständigung nichts im Wege.

Mit der Einschiffung beginnt die Belegung der Kabinen, das Verstauen des Gepäcks, und die anschließende Begrüßung der Gäste durch den Kapitän Valentin Alexandrache, unserer Kreuzfahrtleiterin Stefanie Broichhausen und der Hotelmanagerin Anna Kimlickova an Bord. Während die Anker gelichtet werden und unsere Fahrt ihren Anfang nimmt, ist es Abend geworden und so machen wir mit der kulinarischen Seite dieser Reise unsere Bekanntschaft. Alles ist hier auf „Verwöhn-Modus“ eingestellt, und die dienstbaren Geister aus allen Herrenländern, – aus mehreren Nationaltäten setzt sich die Service-Crew zusammen, – geben ihr Bestes, um die hungrigen Mägen der Flusskreuzler zu stillen. Das Abend-, wie auch das Mittagsmenü besteht aus mehreren Gängen, die Wahl der Qual beginnt bei Fisch, Fleisch, Vegetarisch oder national geprägten Speisen, alles lecker, aber es geht nur ein voller Teller hinter dem anderen, und das gilt auch für das Frühstückbuffet.

Unser Küchenchef Boyan Boev, ein Bulgare, ist mit Leib und Seele bei seinem Traumjob, den er seit 15 Jahren ausübt. Nach einer Kochschule und einer Ausbildung arbeitete er einige Jahre auf einem Ozeankreuzer, bis er dann auf dem Flusskreuzschiff sein neues Arbeitsgebiet fand. Mit seinen sechs Mitarbeitern schafft er es täglich 660 Essen, plus Kaffee und Kuchen, sowie noch einige Extras an Snacks und immer frisch gekocht und zubereitet zu festgelegten Zeiten zu servieren. Eine Aufgabe, die einen Einsatz rund um die Uhr verlangt – sie beginnt in den frühen Morgenstunden und endet in der Nacht, dann wenn die Küche wieder blitzblank ist.

Wer glaubt, das in der Nacht bei einer Kreuzfahrt so gar nichts – außer schlafen – passiert, der irrt. Nicht so auf der Fahrt von Passau nach Wien: 292 km schippern wir, und dabei machen wir Bekanntschaft mit 9 Schleusen, die Höhenunterschiede zwischen 15,90 m und 10,70 m ausgleichen. In den frühen Morgenstunden fahren wir vorbei an der Schlögener Schlinge, Linz, Strudengau, Nibelungengau, Wachau und Tulln und erreichen am frühen Mittag Wien, die Hauptstadt Österreichs.